Politik ist die Gestaltung der unsichern Welt entlang von Werten.
Macht ist die Fähigkeit eine Gestaltung durchzusetzen.
Diese Fähigkeit kann aus nicht all zu vielen Quellen kommen. Und in Demokratien fallen ein paar davon, zum Glück, weg. Möglich ist es entweder dafür zu sorgen, dass sich eine Menge Menschen hinter ein gemeinsames Ziel stellen, oder man hat Zugang zu den richtigen Netzwerke und verfügt auch noch über dir richtige Information. Geld ist jedenfalls eine Möglichkeit. Und ganz sicher gibt es auch noch die demokratische Gewalt.
Nach dem wir Grünen das mit der Menge an Menschen nicht hingekriegt haben, das mit den Netzwerken auch nicht so gut geklappt hat und das mit dem Geld von Anfang an ja so einen Beigeschmack hat, versuchen wir es seit einigen Jahren mit der Teileroberung von demokratischer Gewalt. Wobei, so richtig gut waren wir darin bis jetzt auch noch nicht. Und vor allem drängt sich schön langsam die Erkenntnis auf, dass das mit den Wahlerfolgen eher ein Abfallprodukt der anderen Möglichkeiten ist als umgekehrt.
Das können wir besser.
Schritt 1: Wir Grünen lernen den Satz „Wir wollen Macht“ auszusprechen und fühlen uns zumindest nicht schlecht dabei.
Schritt 2: Mal überlegen, wie das mit den Menschen und den Netzwerken funktionieren könnte.
Eigentlich sind wir Menschen recht einfach. Abgesehen davon, dass wir es sehr gerne haben, wenn man uns zuhört schaffen wir es, wenn man sich ein bisschen Mühe gibt, auf der einen Seite zu sagen was wir wollen und auf der anderen Seite auch zu verstehen, dass es das Alles nicht geben wird. (Ja, es gibt sie noch die guten alten Dinge, wie Solidarität).
Unzufrieden sind wir im Gegensatz wenn wir feststellen, dass uns andere im Wesentlichen nur benützen wollen und ganz schlecht ist wenn irgendwer nur was will (Stimmen) und rein gar nichts zurückkommt (Gestaltung). Da wir Grünen den Vertauensvorschuss der ersten 20 Jahre wohl jetzt dann einmal aufgebraucht haben werden, wird es an uns sein uns zu bewegen.
Ich glaube daher es muss uns, vorerst im Kleinen, gelingen, zu zeigen, was es denn bringt Grün zu wählen. Ein paar Beispiele haben wir da ja bereits anzubieten:
Verein für eine freiwillige Vermögenssteuer
Radrettung der Wiener Grünen
Friday Night Skating
Grün – Rote Projekte
Dreh und Angelpunkt wird aber sein, ob wir darlegen können, dass die (Wiener) Grünen den Menschen in der Stadt ein Verbesserung der Mitgestaltungsmöglichkeiten bieten können. Auch hier gibt es schon gute Beispiele wie die Umgestaltung des Weghuberpark und die mehr oder weniger erfolgreichen Agendaprojekte.
Gänzliches Kopfschütteln bei vielen Menschen hat in diesem Zusammenhang unser Umgang mit den Grünen Vorwählerinnen ausgelöst. Aus Grüner Sicht waren unsere Handlungen verständlich, nach außen, wie sich heraus gestellt hat, mehr als unerklärbar. (Ich kann hier und heute da auch nichts Verbesserndes hinzufügen)
Ich glaube nur, dass es an der Zeit ist, aufzuhören, zu beweisen wie blöd die Grünen waren. Ich glaube es ist an der Zeit gemeinsam darüber nach zu denken, was jetzt zu tun ist um das gemeinsame Ziel zu erreichen: Grüne, die fähig sind ein Angebot der Mitgestaltung der Politik zu geben und damit auch an der Macht.
Eine Möglichkeit dazu ist der Grüne Konvent am 18.10 im Albert Schweizer Haus. Viele andere Möglichkeiten werden sich nach der Listenwahl der Wiener Grünen am 15. November ergeben.